Anmerkung der Redaktion: Bei den aufgeführten Fallbeispielen handelt es sich um echte Fälle, die sich seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie und der Umsetzung der staatlichen Restriktionen so zugetragen haben. Alle genannten Akteure sind den zuständigen Beratern des Bundesverbandes deutscher Fördermittel-Berater e.V. bekannt, jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen anonymisiert.

 

Fallbeispiel 1

Bereits Ende März wurde für ein kleines Unternehmen in Niedersachsen der Corona-Landeszuschuss beantragt. Bis heute, über einen Monat später, ist weder eine Rückfrage von Seiten der Vergabestelle noch die Auszahlung des Zuschusses erfolgt. Auch die Beantragung des Bundeszuschusses verlief bisher ergebnislos. Mitte April schickte die zuständige Vergabestelle zwar eine E-Mail, dass sich der Antrag in Bearbeitung befinde, das Unternehmen hat den Zuschuss allerdings bis dato nicht erhalten.

 

Fallbeispiel 2

In Nordrhein-Westfalen wollte ein kleines Handelsunternehmen über seine Hausbank Betriebsmittel zur Bewältigung des durch die COVID-19-Krise entstandenen Liquiditätsengpasses beantragen. Die Finanzierungsanfrage wurde abgelehnt mit der Begründung, Zins und Tilgung könne in den kommenden Jahren nicht geleistet werden, da der Jahresabschluss 2019 einen geringen Fehlbetrag aufwies. Dass dieser jedoch bedingt durch getätigte Investitionen in Ausstattung, Kfz und Warenlager war und alle Posten im Bestand noch vorhanden waren, interessierte dabei nicht. Ebenso wenig, dass das Geschäftskonto bei der Hausbank im fünfstelligen Bereich im Haben geführt wird. Auch bei der KfW stieß die Begründung als Ausschlusskriterium für die Beantragung des Förderdarlehens auf Unverständnis.

 

Dasselbe Unternehmen versuchte daraufhin, ein Geschäftskonto bei einer anderen Bank zu eröffnen. Eine Anfrage wurde umgehend mit der Begründung abgelehnt, man hätte aktuell keine Kapazitäten, um ein solches Konto zu eröffnen. Die eigenen Kunden hätten Vorrang. Auch die Aussicht, dass das aktuelle Bankguthaben vollständig auf das neue Konto transferiert werden würde, war nicht ausreichend.

 

Fallbeispiel 3

In Berlin wollte ein Unternehmen Anteile an einem sehr gut aufgestellten, innovativen Online-Marketing-Dienstleister mit Umsätzen im Millionenbereich kaufen. Die Hausbank des Unternehmens, an dem die Anteile gekauft werden sollten, verweigerte eine Bearbeitung der Finanzierungsanfrage direkt am Telefon mit der Begründung, sie nehme keine Neukunden mehr auf. Dass der künftige Anteilseigner des Dienstleistungsunternehmens mit dem Geschäftskonto bei der Hausbank geblieben wäre und dieses dauerhaft einen hohen Saldo aufweist, interessierte die zuständige Bankerin nicht.

 

Fallbeispiel 4

Ein junges Start-up aus der Nahrungsergänzungsmittel-Branche sucht bereits seit Ende 2019 nach einem geeigneten Finanzierungspartner zur Steigerung seines Bekanntheitsgrades und dem Ausbau der Produktion. Eine investitionsbereite Bank war bereits gefunden und positive Gespräche mit der Bürgschaftsbank geführt worden. Einer Antragstellung bei der KfW stand nichts mehr im Wege. Durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie wurde das Antragsverfahren jedoch plötzlich auf Eis gelegt mit der Begründung, die Auslastung wäre nun zu groß, um das Projekt weiter zu verfolgen. Nach erneuter Anfrage, wurde das Projekt intern an einen anderen Banker weitergeleitet, der nun eine erneute Prüfung durchführen muss, sodass der Prozess sich nochmals in die Länge zieht.

 

Fallbeispiel 5

Für die Expansion eines Gastronomieunternehmens wurde zur Finanzierung von Küchengeräten und -maschinen die Variante Leasing herangezogen. Darauf erhielt das Unternehmen kurz vor Einführung der staatlichen Restriktionen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zwei Angebote, die aber kurz nach der erzwungenen Schließung sämtlicher Gastronomiebetriebe in Deutschland wieder zurückgezogen wurde. Das Unternehmen steht somit aktuell ohne Finanzierung da.

 

Dasselbe Unternehmen wendete sich zur Überbrückung des Liquiditätsengpasses und zur Umsetzung seines Expansionsvorhabens deshalb an seine Hausbank. Diese sah sich jedoch keinesfalls in der Unterstützungspflicht, sondern negierte, trotz vorhandenem Geschäftskonto, die Kenntnis des Unternehmens völlig. Der angesprochene Banker erachtete seine Person nicht als zuständig, sondern verwies auf einen Kollegen, der an dem Tag jedoch nicht im Hause war.

 

 

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